Hartmanice - Keply

Die Siedlung Keply stellte einen der Eingänge zum Truppenübungsplatz Dobrá Voda dar. Heute ist es einer der wichtigen Zugangspunkte zum PLA und NP Böhmerwald. Der Name der Siedlung hat wahrscheinlich seine Wurzeln im altslawischen Namen für Pferde. Keply fiel unter die Herrschaft Kochánovská rychta. Früher gab es ein barockes Bauernhaus, von dem nur noch Reste des Mauerwerks erhalten sind. Im 15. und 16. Jahrhundert waren hier zwei Glashütten tätig: Stará Huť und Sova. Darin wurden Stacheln, Kunstperlen und Perlen hergestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das gesamte Gebiet durch die Umsiedlung der Einwohner teilweise entvölkert. Kurz nach der Ausweisung eines Truppenübungsplatzes im Grenzgebiet kam es zur völligen Entvölkerung. In diesem Gebiet galt nicht nur das normale Militärregime, sondern aufgrund der bewachten nahen Grenze stand das Gebiet auch unter noch strengerer Überwachung. Infolgedessen verschwanden auf dem Territorium des Truppenübungsplatzes mehrere Dutzend Dörfer, Siedlungen und Einöden von der Welt. Zhůří, Stodůlky, Velký Bor, Nová Studnice, Gsenget und Ždánidla stehen nicht mehr, Frauentál und Skelná sind verschwunden. Lediglich Dusty ist erhalten geblieben, wenn auch nicht im ursprünglichen Ausmaß. Die Einwohnerzahl des Gebietes wurde von mehreren Tausend auf weniger als 200 reduziert. Für die Einwohner von Kepl wurde hier ein großes mehrstöckiges Haus gebaut. Es sollte eine Art neues sozialistisches Dorf darstellen. Die Reste eines großen barocken Bauernhofs erinnern an die frühere umfangreiche landwirtschaftliche Vergangenheit.

Der Truppenübungsplatz wurde 1991 aufgelöst und das gesamte Gebiet für eine normale Entwicklung freigegeben.

Neben der bewegten Geschichte wird den Besucher auch das typische Relief dieses Teils des Böhmerwalds interessieren, der sich deutlich von den tiefer gelegenen Gebieten des Naturparks Kochánov unterscheidet. Keply und seine Umgebung sind geologisch gesehen Teil der Böhmerwaldebene, der größten Hochebene der Tschechischen Republik. Sie stellen eine einzigartige Art von Hochebenen auf einer Höhe von 900 bis 1000 m über dem Meeresspiegel dar. Die Hochebenen sind wellenförmig in flachen Senken mit häufigen Feuchtgebieten, flache Täler mit mäandrierenden Flüssen wechseln sich mit tief erodierten Tälern mit schäumenden Stromschnellen ab. Die so geteilte flache Landschaft ist voller frostiger Becken und Täler, die die kalte Luft auffangen, die von den Berghängen herabströmt. Und so friert es mancherorts auch an Sommermorgen. Deshalb wachsen hier typische Pflanzenarten für den oberen Rand der Wald- und Bergwiesen (z. B. Segge, Pannonischer Enzian). Ein Teil der Wiesen in der Nähe von Keplů und Stará Huta wird im Sommer als Viehweide genutzt.

Quelle: Keply-Erläuterungstafel


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