Hartmanice - Dolejší Těšov

Wie die Siedlung Hořejší Těšov verdankt auch dieses Dorf seinen Ursprung dem Goldabbau. Später wurde das Dorf zum Zentrum eines großen landwirtschaftlichen Anwesens, das sich an der Stelle der örtlichen Burg befand.

Ein charakteristisches Merkmal der Siedlung Hartmanick waren kleine Adelsresidenzen, oft ein oder zwei Dörfer, mit einer kleinen Burg oder Festung in der Mitte. Außer Dolejší Těšov gab es auch Palvínov, Kundratice, Hořejší Krušec, Loučová, Chlum und andere. Dadurch unterschied sich die Entwicklung hier deutlich von den Dörfern auf „Královské“. Dort lebten die Kralovier mit Privilegien, um die die einheimischen Untertanen nur neidisch waren.

Der Těšov-Roggen, der wegen seiner Qualität nicht nur als Brotroggen, sondern auch als Saatgut begehrt war, verschaffte der Gemeinde in der ersten Republik Berühmtheit. Besonders berühmt war Rümkers Winterroggen. Der Bergwelt wurde dadurch eine erhebliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen, möglichen Krankheiten und hohen Erträgen genommen. Eine weitere Prahlerei des damaligen Tešauer Gutsbesitzers Dr. Rudolf Ziegler und die Familie Elleder besaßen eine Herde Fleckvieh, insbesondere die Kuh „Prinz“, die 1928 eine nationale Rekordmilchleistung von 11.738 kg und 407,78 kg Fett erzielte. Die Produktion von Milch, Butter, Käse und die Zucht von Schlachttieren prägten die Vorzüge der heimischen Landwirtschaft. Ende des 18. Jahrhunderts bildeten der Böhmerwald und seine Ausläufer das größte Fleischproduktionsgebiet der Republik.

Auf dem Gut in Dolejší Těšov wurde eine Sommerroggensorte (Těšovské jarní žito) gezüchtet, die 1952 als ursprünglich anerkannt wurde.

Interessant war auch das Schicksal der örtlichen Minderheitenschule. Bis 1920, als in Dolejší Těšov eine Klasse der tschechischen Landesschule eröffnet wurde, besuchten die meisten tschechischen Kinder die örtliche deutsche Gesamtschule. Das Dorf erhielt erst 1923 ein eigenes Gebäude der staatlichen Schule der tschechischen Minderheit. Es ist erwähnenswert, dass die Těšov-Schule die erste tschechische Schule war, die nach der Gründung der unabhängigen Tschechoslowakei auf dem Gebiet des Sudetenlandes errichtet wurde. Es wurde nach einem Projekt gebaut, das vom damaligen Ministerium für öffentliche Arbeiten als Modell für den Bau von Minderheitenschulen anerkannt wurde. Die Schule wurde im September 1938 geschlossen und im Schuljahr 1945/46 wiedereröffnet. Allerdings ging die Schülerzahl der Těšov-Schule bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1978 weiter zurück. Im Zusammenhang mit dieser Entscheidung wurden die Straße und die Brücke mit erheblichem Aufwand so umgebaut, dass ein Bus für die Schüler nach Těšov fahren und sie zur Schule in Hartmanice bringen konnte. Derzeit befindet sich das Schulgebäude in Privatbesitz und dient als Internat.

Quelle: Informationstafel in Dolejší Těšov


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